Unfähigkeit oder Absicht – Heimstaden besteht auf verfallene Nebenkosten-Nachzahlungen und konstruiert haltlose Mietschulden

Wir Mieter:innen kommen aus dem Ärger mit Heimstaden nicht mehr raus. Erst mussten wir uns gegen fehlerhafte und falsche Mieterhöhungen wehren, dann gegen telefonische Belästigungen durch Heimstaden und nun auch noch gegen verfallene Nebenkosten-Nachzahlungsforderungen und konstruierte, haltlose Mietschulden.


In mehreren Häusern (Am Schlossberg 2-12/Wendenschloßstr. 49-53; Weserstr. 164/Wildenbruchstr. 85+86; Straße der Pariser Kommune 18a-18f/Wriezenener Karree 1-10; Beermannstr. 8; Kollwitzstr. 75; Luxemburger Str. 33; Markelstr. 17; Sonnenallee 206; Kreuzbergstr. 46; Uferstr. 17; Prinzenallee 70; Triftstr. 5; Waldemarstr. 109; Neumannstr. 98+98a; Mittenwalderstr. 46; Urbanstr. 83) hat Heimstaden uns die Nebenkostenabrechnungen für 2022 zu spät oder noch gar nicht zugestellt und damit eventuelle Nachzahlungsansprüche gegen uns verwirkt. Doch unerlaubterweise hält Heimstaden auch in diesen Fällen an Nachzahlungsforderungen fest.

Teilweise weisen die Nebenkostenabrechnungen ein Ausstellungsdatum von Mitte Januar 2024 aus, teilweise ein Ausstellungsdatum von Ende Dezember 2023. Gemeinsam ist ihnen, dass die Mieter:innen darauf bestehen, die Abrechnungen erst nach dem 2. Januar 2024 zugestellt bekommen zu haben. Weisen Mieter:innen Heimstaden auf die zu späte Zustellung hin und begründen ihre Verweigerung der Nachzahlung damit, behauptet Heimstaden die Abrechnungen mit einem Ausstellungsdatum von Ende Dezember 2023 noch fristgerecht im Dezember per Boten zugestellt zu haben. Doch die betroffenen Mieter:innen lassen sich davon nicht einschüchtern und sind bereit ihre Version vor Gericht zu bezeugen.

Irritiert stellen wir fest, dass ein Teil der umstrittenen Zustellungen unmittelbar nach der Veröffentlichung unserer Pressmitteilung vom 24.01.2024 erfolgten. Eine Rekonstruktion des Ablaufs:
Am Abend des 24. Januars 2024 stellten wir unsere Pressemitteilung online.
https://www.stopheimstaden.org/mieterinnen-kritisieren-unlautere-methoden-von-heimstaden/
https://twitter.com/SHeimstaden/status/1750265101913866712
Am 25.01.2024 haben wir kurz vor 16 Uhr eine erste Liste mit Häusern veröffentlicht, die nach Auskunft der Mieter:innen zu diesem Zeitpunkt noch keine oder eine zu spät zugestellte Abrechnungen erhalten haben.
https://twitter.com/SHeimstaden/status/1750894632534257917
Am nächsten Tag berichteten Mieter:innen aus mindestens einem der betroffenen Häuser, dass sie nun am 25.01.2024 die Abrechnung im Briefkasten vorgefunden hätten, erstaunlicherweise mit einem Ausstellungsdatum vom 20.12.2023. Ob Heimstaden das Ausstellungsdatum zurückdatiert hat oder ob die Zustellung mehr als fünf Wochen gedauert hat, können wir nicht beurteilen.

Gleichzeitig klagen viele Mieter:innen mit rechtzeitig zugestellten Nebenkostenabrechnungen, dass Heimstaden bereits vor der Zustellung der Abrechnungen, Nachzahlungsforderungen als Mietschulden in den Mieterkonten aufführt und per Zahlungserinnerungen und Mahnungen hohen Druck auf uns Mieter:innen aufbaut, die Nachzahlungen ungeprüft zu zahlen. Beim Abgleich der Abrechnungen mit den Zahlungserinnerungen und Mahnungen vermittelt sich uns Mieter:innen ein chaotischen Eindruck von der Arbeitsweise bei Heimstaden.

Aufgrund der Häufung der unberechtigten Zahlungsaufforderungen von Heimstaden an uns Mieter:innen, fällt es uns Mieter:innen schwer, noch von unbeabsichtigten Fehlern auszugehen. Denn, wenn der zweitgrößte private Vermieter in Berlin seit Monaten wiederholt Zahlungsaufforderungen an uns Mieter:innen stellt, die fehlerhaft bis falsch sind, läuft ganz grundsätzlich was falsch, bei Heimstaden aber auch im Mieter:innenschutz dieser Stadt.

Bisher hat Heimstaden beim Einräumen von Fehlern Datenübertragungsprobleme als Grund angeführt, die durch die Umstellungen auf ein anderes IT-System entstanden seien. Vor dem Hintergrund der geschilderten Problematik und dass sich Heimstaden in der schwedischen Presse (https://www.fastighetsnytt.se/fastighetsmarknad/bostader/sa-blev-rekordaffaren-i-berlin-en-nitlott-for-heimstaden/) darüber mokiert, dass der Konzern mit uns Mieter:innen in Berlin noch analog kommunizieren muss, sehen wir Mieter:innen schwarz, was das Digitalisierungsvorhaben bei Heimstaden betrifft. Das Vertrauen in die Digitalisierungskompetenz von Heimstaden ist bei uns nach diesen Erfahrungen nachhaltig zerstört.

Wir erwarten von der Politik, dass sie endlich im Sinne des gesetzlich verankerten Mieter:innenschutzes für uns Mieter:innen tätig wird. Wir gehen teilweise die Hälfte unserer Erwerbszeit arbeiten, um notgedrungen die hohen Mieten an Heimstaden zu zahlen und müssen darauf vertrauen können, dass wir nicht noch unsere gesamte Freizeit dafür aufwenden müssen, die unberechtigten Forderungen von Heimstaden abzuwehren. Die Umsetzung des erfolgreichen Volksentscheids zur Vergesellschaftung von Deutsche Wohnen, Heimstaden & Co., die von der Expertenkommission als notwendig erachteten wurde, wäre ein wichtiger Schritt raus aus dem Dauerstress mit Heimstaden und hinein in ein Vertrauen in unsere Zukunft in dieser Stadt.

Von Heimstaden fordern wir die Rücknahme aller Nachzahlungsaufforderungen aus den Nebenkostenabrechnungen, die Rücknahme aller daraus resultierenden, aufgeführten Mietschulden und die exakte Prüfung aller zukünftigen Zahlungsforderungen, bevor(!) sie an uns Mieter:innen herangetragen werden. Ein Jahr ist genug Zeit, die Nebenkostenabrechnungen korrekt zu erstellen. Außerdem zahlen wir Mieter:innen mehr als genug Miete, damit Heimstaden ausreichend genug geschultes und kompetentes Personal einstellt. Wenn wir Mieter:innen dieser Stadt (mehr als 80%) so schlampig arbeiten würden, wäre die Infrastruktur dieser Stadt bereits kollabiert.